Italienische Linsensuppe mit Fenchel


Ich liebe Hülsenfrüchte! Linsen, Borlotti- und weiße Riesenbohnen, Kichererbsen – alles astreine, superflexible und substantielle Träger für Suppen, Eintöpfe, Salate oder Gemüsebeilagen. Man sollte hierbei wirklich einen Tag im voraus planen und getrocknete Bohnen oder Kichererbsen über Nacht einweichen, dann selbst kochen. Dosenware ist gelegentlich OK, aber es geht nichts über den nussigen Eigengeschmack von selbstgekochten Hülsenfrüchten. Und spottbillig sind sie dann auch noch! Deshalb wird Hartz-IV-Familien ja inzwischen empfohlen, sich ausschließlich von Hülsenfrüchten zu ernähren. Linsen brauchen in der Regel nicht eingeweicht zu werden, alle anderen Hülsenfrüchte sollte man mindestens 8-12 Std. in einem relativ flachen Gefäß gut mit Wasser bedecken, sodaß sie Platz haben, sich wundersam zu vergrößern. Wichtig beim Kochen: kein Salz!!! Bei Hülsenfrüchten, die in Salzwasser oder salziger Brühe gekocht werden, bleibt die Haut unappetittlich hart. Deshalb kommt bei diesem Rezept das Salz erst zum Schluß in den Topf. Diese Linsensuppe mit Fenchel ist ursprünglich aus einer Verlegenheit heraus entstanden: ich hatte Linsen und Fenchel. Sonst nüscht. OK, abgesehen von einer Dose Tomaten, etwas Speck, etc. Aber das hat man ja immer irgendwo rumfliegen, nicht wahr?

Italienische Linsensuppe mit Fenchel
Für 4 Personen:

1 große Knoblauchzehe, gehackt
1 mittlere Zwiebel, gewürfelt
Speck oder Pancetta (ca. 1 EL gewürfelt)
1 kleine Möhre, gewürfelt
1 Knubbel Sellerie, gewürfelt
1 Chilischote, gehackt (optional)
1 Lorbeerblatt

1 Dose Tomaten, ohne Saft, gehackt
1 Tasse grüne Linsen
1/3 Tasse Basmati- oder Risotto-Reis
1 mittlere Knolle Fenchel
1 Haufen grob gehackte Petersilie
Meersalz, Pfeffer
1 TL Balsamicoessig
Etwas geriebener Parmesan

Eifler Landbier oder ein Obergäriges Deiner Wahl öffnen, irgendeine Paul-Weller-Platte auflegen (heute ist es Carole King, aber das kann mir ja keiner nachweisen…) und Knoblauch, Zwiebel und Speck auf mittlerer Flamme kurz anschwitzen, nun Möhre, Sellerie, Chilli und Lorbeerblatt hinzufügen. Alles mindestens 8 min weiter im offenen Topf anschwitzen, ohne daß es braun wird. Braun ist gar nicht gut. Dann die Tomaten in den Pott, aufkochen lassen und mit ca. 700 ml Wasser auffüllen. Während das alles zum köcheln kommt, Linsen waschen und eventuelle Steinchen rauspicken (letztere kommen bei Gästen, vor allem denen, die noch keinen Zahnersatz haben, überhaupt nicht gut an), anschließend kommen sie auch – erraten: in den Topf. Nach 10 min Köcheln muß nun der gewaschene (Basmati) oder ungewaschene (Risotto) Reis dazugegeben werden; bei Risotto-Reis wird man voraussichtlich mehr Wasser hinzufügen müssen, da der relativ viel Stärke abgibt. Währenddessen den Fenchel zurechtschnitzen (Stiele ab, Boden ab, längs halbieren, quer halbieren und in Scheiben schneiden) und nachdem der Reis 10 min hinter sich hat, dazugeben. Das ganze Spiel fertigkochen, bis Linsen, Reis und Gemüse gar sind. Petersilie, nach Geschmack Salz, Peffer, Balsamicoessig und Parmesan rein, umrühren, fertig. Falls die Suppe zu sämig wird oder sogar droht, anzubrennen, mehr Wasser rein. Kein Eifler Landbier. Wasser. Klar?

28. Januar 2010 von recky
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