Navettensuppe

Die totale Würfelorgie! Alles außer der Brühe wird zu spielcasinotauglichen Würfelchen verarbeitet. Wäre nicht schlecht, wenn Ihr hier ein wenig auf Eure Messertechnik achten würdet – könnte sonst gefährlich werden. Navetten, Herbst-, Mai-, Teltower- und Steckrüben sind immer noch als Schweinefraß und Arme-Leute-Essen in Verruf, dabei sind die Knöllekes so gesund, daß mir schon beim Schreiben schwindlig wird und ich mir erst mal einen Eifler Birnenschnaps genehmigen muß. Alles drin, vor allem Vitamine bis zum Anschlag. Ach ja: und schmecken tun sie auch! In der über Jahrhunderte total verarmten Eifel waren diese diversen Winterknollen oftmals das einzige nahrhafte Lebensmittel, das die Leute hier in der kalten Jahreszeit auf den Tisch bringen konnten – kein Wunder, daß sie die Schnauze voll davon hatten, als es ihnen besser ging, nachdem sie sich gemütliche Bürojobs in Köln, Bonn, Aachen oder Koblenz geschnappt hatten. Aufgrund ihres schlechten Rufes aus diesen Zeiten sind die Rüben immer noch schwierig zu bekommen, wenn auch langsam aber sicher Sterneköche sich dazu herablassen, solche Schmackhaftigkeiten wie „Glasierte Teltower Rübchen an Lerchenkotzenschaum“ zu servieren. Dieses Rezept war improvisiert, weil ich keine Ahnung hatte, was man mit den im türkischen Supermarkt gefundenen Navetten anstellt. Also praktisch ein einfaches Standard-Suppenrezept, ethnisch irgendwo zwischen Eifel und Friaul angesiedelt. Aber schweizerisch oder tirolerisch isset auch nich… Abzuwaschen ist auch nicht viel!
Übrigens könnte ich mir die Suppe auch mit etwas Weißwein und Brühe vorstellen.

Navettensuppe Für 2 Personen:

5 mittlere Navetten, gewürfelt
2 mittlere Kartoffeln, gewürfelt
Etwas Butter
1 Scheibe durchwachsener Speck, gewürfelt
1 Möhre, gewürfelt
1 Stück Sellerie, gewürfelt (so viel wie Möhre)
1 Zweig Rosmarin, gehackt
Ca. 1 Liter selbstgemachte oder Instant-Bio(!)-Gemüsebrühe
1 gehäufter TL eingelegter grüner Pfeffer, mit einer Gabel grob zerquetscht
3 EL Schmand oder Crème Fraîche
Salz, Pfeffer, brauner Zucker

Nachdem Du Dir die Finger wundgewürfelt hast, wirf mal einen Knubbel Butter in einen Suppentopf, bei mittlerer Hitze. Wenn’s heiß ist, folgen Zwiebel und Speck nach, die schön lange ausgelassen werden, ohne großartig Farbe anzunehmen. Jetzt Möhre, Sellerie und Rosmarin eine Weile mit anschwitzen. Als nächstes die zuvor heißgemachte Brühe angießen, kurz aufkochen lassen, Rübchen und Kartoffeln rein. Wenn alles gar ist, mit einem Pürierstab pürieren (was sonst?), Schmand in der Suppe verrühren, den grünen Pfeffer reinpfeffern, dann mit Salz, Zucker und evtl. frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken. Feddich ist der Lack.

09. Januar 2010 von recky
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