Risotto mit sonnengetrockneten Tomaten und gegrillter Aubergine


Gerade von einer Australienreise zurückgekommen, hatte ich Lust, ein Gemüserisotto zu kochen, das es dort – speziell in den zivilisierteren Gegenden – aus unerfindlichen Gründen beinahe in jedem Café gibt. (Die australische Nomenklatur ist etwas verwirrend: “hotels” sind beispielsweie Kneipen und “cafés” sind Bistros…) Lange vorbei sind die Zeiten, da es Down Under lediglich Fish & Chips und Braten mit Kartoffelbrei, Erbsen und Möhren gab. Man könnte sogar sagen, die städtischen Aussies sind inzwischen ziemlich anspruchsvoll geworden; Qualität und Einfallsreichtum sind im kleinsten Freßschuppen extrem hoch. Interessant ist immer wieder die nonchalante Mischung aus asiatischen und europäischen Einflüssen, wo z.B. ein Risottogericht schamlos neben einem Thaicurry auf der Karte erscheint.

Bei diesem Rezept verwende ich in Olivenöl und Kräutern eingelegte getrocknete Tomaten, von denen ich immer ein Glas herumstehen habe, denn sie eignen sich auch hervorragend für Pesto, Rinderbraten, Eintöpfe, LehrernaufdenStuhllegen, Druckkompressen und vieles mehr. Das von den Tomaten, Kräutern, Chilis und Knoblauch aromatisierte Öl muß man nach dem Rausfischen der letzten Tomate auch nicht zur Sondermüllsammelstelle bringen, sondern kann es durchaus in Salaten, im Pesto oder anderen Applikationen zur Anwendung bringen. Alternativ kann man für dieses Rezept auch nicht-eingelegte getrocknete Tomaten verwenden, die 2 Stunden in Wasser eingeweicht wurden.

Risotto mit sonnengetrockneten Tomaten und gegrillter Aubergine
Für 2 Personen:

2 kleine, lange Auberginen
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 kleine Knoblauchzehe, gehackt
1 geh. TL gehacktes Rosmarin
1 Tasse Carnaroli- oder Arborio-Reis
1 Glas Weißwein
Eine unbekannte Menge Gemüsebrühe
1 kleine Handvoll abgetropfter, grob zerschnittener getrockneter Tomaten
Etwas gehackte Petersilie
Butter
Geriebener Parmesan
Salz & Pfeffer

Als Erstes entledigst Du Dich der Enden der Auberginen und schneidest sie dann in gleichmäßig dicke Scheiben. Die werden mit Olivenöl eingepinselt und unter den Grill gelegt, bis sie beidseitig angebräunt sind. In der Zwischenzeit gilt es, sämtliche Fernsehkanäle durchzuzappen, um den Tatort auf HR zu finden, da die Programme selbstverständlich in keiner intellektuell greifbaren Reihenfolge programmiert sind. Wenn der Krimi endlich gefunden ist – die Leiche hat man natürlich schon verpaßt – holt man die hoffentlich noch nicht verstorbenen Auberginenscheiben aus dem Ofen und läßt sie abkühlen. Es bietet sich nun an, einen schweren Topf auf mittlerer Flamme anzuheizen, Zwiebel, Knoblauch und Rosmarin in etwas Olivenöl anzuschwitzen und dann den ungewaschenen Reis hinzuzugeben. Den rührt man so lange, bis er vom Öl umhüllt und glasig geworden ist. Während der Komissar den ersten Spuren nachgeht, erhitzen wir die Brühe und lassen sie auf kleiner Flamme parallel zum Reistopf auf dem Herd. Zunächst aber kommt ein Glas Weißwein in den Reis, ein weiteres in den Koch. Nun läßt Du den Alkohol verkochen und wartest – rührend – bis der Reis die Flüssigkeit weitgehend absorbiert hat. So verfährst Du nun auch mit der heißen Brühe, die immer wieder kellenweise zum Reis gegeben wird, bis sie absorbiert ist. Nach ca. 10 min fügst Du die Tomaten hinzu, nach 20 min die grob zerteilten Auberginen. Das Rühren nicht vergessen! Zum Klo abhauen oder zwischendurch ne Runde Texas Hold’em spielen ist nicht. Immer schön in konzentrierter Rührstellung vor Ort bleiben. Wenn der Reis al dente ist, darfst Du das Rühren endlich einstellen, etwas Petersilie, Butter, ca. 1 EL geriebenen Parmesan, Salz und Pfeffer (alles nach Geschmack) einrühren und bekommst sogar noch die Aufklärung des Falles mit, dessen Beginn und Ablauf Dir dummerweise entgangen sind.

26. Februar 2010 von recky
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