„Neue Eifler Landküche“ – Was ist das?

Diese etwas pompöse Wortneuschöpfung haben wir uns hier im Freistaat Eifel selbst ausgedacht. Schließlich haben wir ja auch einen eigenen Freistaat gegründet. Dann dürfen wir uns wohl auch eine eigene Küche geben, oder?

Als Vorbild für die Neue Eifler Landküche dient die Küche der kleinen Familienrestaurants (oder Bistros) in den französischen Provinzen, d.h. nicht etwa die Grande Cuisine unserer Nachbarn, sondern die unkomplizierte und dennoch sehr schmackhafte Küche, der man überall auf dem Land und in den Städten in kleinen, einfacheren, familiengeführten Restaurants begegnet. Hier wird Regionales verkocht, die Speisenkarte nach Marktlage geschrieben, und die Portionen sind durchaus üppig und sättigend.

Äußerst selten findet man Kostbarkeiten wie Rinderfiletspitzen und Trüffel auf dem Teller – der Koch oder die Köchin (letzteres viel häufiger als bei uns anzutreffen!) ist Fachmann/frau in der Verwendung der preiswerteren Fleischstücke und Ingredienzen, welche, mit viel Liebe und Aufwand zubereitet, geschmacklich überragend sein können. Diese „leckere Einfachheit“ wird ebenso beim Gemüse, Salat, bei Suppen und Desserts zelebriert. Auch die charcuterie spielt in der Küche der Provinzen eine wichtige Rolle, also die Würste, Rillettes oder Schinken vom benachbarten Metzger.

Diese alte Tradition der französischen Gastronomie haben wir auf die Eifel übertragen, eine Region, die immer verhältnismäßig arm und nicht sehr fruchtbar war; so war auch die Küche immer schnörkellos und von dem geprägt, was die kargen Böden und nasskalten Wälder so hergaben. Viele Eifeler waren bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Selbstversorger; wurde das Hausschwein geschlachtet, fand bis zur Rüsselspitze hin alles Verwendung, wurde verwurstet, verkocht, getrocknet, geräuchert oder anderweitig haltbar gemacht. So entstand eine einfache, aber fantasievolle Küche, mit der rheinischen nahe verwandt, aber mit vielen lokalen Variationen.

Das „Neue“ an der Neuen Eifler Landküche ist eine gewisse Öffnung hin zum Rest der Welt. Wir im Freistaat Eifel erlauben uns, Zutaten zu nutzen, die den Eifelern vor 50 oder 100 Jahren gar nicht oder kaum zur Verfügung standen, die aber dennoch eine hervorragende Ergänzung zur traditionellen Küche darstellen, wie z.B. Knoblauch, Thymian, Rosmarin, Kapern, usw. Hier klauen wir also ein wenig von den Italienern, Franzosen, Spaniern, Griechen. Um ein Klischee zu bemühen: Wir im Freistaat Eifel interpretieren die traditionelle Küche der Region auf neue Weise, aber niemals kompliziert.

21. Februar 2013 von recky
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