Wie sagen wir’s nur unseren Gästen???

Die letzten Haare raufen wir uns, weil wir einfach nicht wissen, wie wir einigen unserer Gäste diplomatisch, freundlich und durch die Blume sagen sollen, dass ihre Lieblinge bei anderen Gästen zuweilen unangenehm auffallen. Vielleicht so?

Wir lieben Eure Lieblinge fast so wie Ihr selbst und finden es toll, dass Ihr sie überall und jederzeit um Euch herum haben wollt. Aber: Es ist nicht OK, wenn Kinder über Tische und Bänke klettern und krabbeln und dabei Tischnachbarn gehörig auf die Nerven gehen, oder auf den Toiletten Reinigungsmittel über alle Wände schmieren. Ebensowenig ist es OK, wenn Eure Hunde auf unseren Sitzbänken und -kissen sitzen und liegen und mit ihrer Nase immer auf Tischniveau dabei sind.

Das Problem: Woran Ihr Euch schon lange gewöhnt habt, ist für manche anderen Gäste ein ziemliches Ärgernis. Diese Gäste sind aber viel zu höflich, ihren Ärger darüber zu äußern. Vielmehr gehen sie womöglich vorzeitig nach Hause und kommen so schnell nicht mehr wieder. Sie haben Eure Lieblinge nämlich nicht so lieb wie Ihr! Sie finden Hunde vielleicht unhygienisch und wollen beim nächsten Besuch nicht auf Kissen sitzen, die zuvor bereits einem Hund als Unterlage gedient haben. Wir im Freistaat wiederum haben das Problem, die Kissen wieder enthaaren und waschen zu müssen.

Wir möchten hier an Eure Vernunft appellieren und Euch dazu auffordern, Eure eigenen Hundedecken mitzubringen und Eure haarigen Begleiter friedlich zu Euren Füßen niederlegen zu lassen. Was Eure Kinder angeht – macht mit ihnen ne Runde ums Haus, wenn es ihnen langweilig wird. Lasst sie nicht unbeaufsichtigt durchs Restaurant laufen; hier lauern überall Gefahren, wie z.B. Kellner, die in Windeseile durch den Laden laufen und dank ihres Tabletts den Weg unmittelbar vor sich nicht übersehen können. Ebenso ist unsere offene Küche tabu, auch wenn’s noch so interessant dort zugeht. Hier spritzt auch mal 190°C heißes Fett durch die Gegend – genau auf Augenhöhe der Kinder! Und natürlich gehören Kinder nicht auf Restauranttische. Seht Ihr das nicht auch eigentlich so?

Der Freistaat sieht ein Hundeverbot im Gastraum nur als Ultima Ratio, aber nach fast fünf Jahren müssen wir endlich mal was sagen. Wir bitten um Eure Mitarbeit, sonst müssen wir im Interesse aller unserer Gäste eines Tages ein Hundeverbot aussprechen. Und das als Hundefreunde!!!

25. Februar 2016 von recky
Kategorien: Aktuelles, Allgemein | 10 Kommentare

Kommentare (10)

  1. Es ist zum Mäuse melken!
    Ich bin Hunderbesitzerin, Mutter und Großmutter und ihr sprecht mir aus dem Herzen!
    Rücksichtslosigkeit und Un-ACHTSAM-keit sind ein furchtbares Übel.
    Leider habe ich die Befürchtung, dass euer Aufruf von denen, die es betrifft am wenigsten gelesen wird :o (
    Lieben Gruß
    Ute Gulden

    • Ich habe auch die Befürchtung, dass der Aufruf von einigen Eltern oder Hundebesitzern falsch ausgelegt wird – “der Freistaat ist Kinder/Hunde-unfreundlich” – wenn das Gegenteil der Fall ist.

  2. Falls Ihr ein Kinderverbot aussprecht, habt Ihr mich als Gast verloren!!!

  3. Hallo so schade dass man dies extra schreiben muss! Als Hundebesitzer fallen mir jedoch mehr unerzogene Kinder in Restaurants als Hunde auf und sowohl bei Hunden wie Kindern sind es die jeweiligen “Eltern” die nicht aufpassen und keine Rücksicht nehmen!

    • Es sind niemals die Kinder oder Hunde schuld! Allerdings ist es wesentlich leichter, mit einem Hund Essen zu gehen als mit einem kleinen Kind. Kinder sind nun mal Menschen mit einem ausgeprägten eigenen Willen und lassen sich nicht so einfach zum Stillsein abkommandieren. Man muss sie beschäftigen.

  4. Für Ihr Restaurant tatsächlich ein “Hundeverbot” auszusprechen, wäre in meinen Augen nicht “Ultima”, sondern “Prima Ratio” – und fast ein Grund, zweimal wöchentlich bei Ihnen zu essen …

    • Ich weiß, dass viele Gäste so denken, aber eigentlich will ich das nicht. Es kommen zu uns auch viele Wanderer auf der “Durchreise”, die überhaupt nicht wüssten, wohin mit ihrem Hund, während sie bei uns essen. Daher kann ein Hundeverbot nur die Ultima Ratio sein. Ich fürchte nur, dass diejenigen, die es angeht, meinen Aufruf gar nicht lesen…

  5. Hallo Recky,
    ich finde Euren Aufruf als Stammgast und Hundebesitzer richtig und gut!
    Ich vertrete die Meinung “Wenn jeder aufeinander Rücksicht nimmt ist werde Ultima Ratio noch Prima Ratio notwendig”. Es ist liegt in unserer Verantwortung dafür zu sorgen das unser Hund niemanden stört – es ist für uns selbstverständlich bei der Reservierung zu fragen ob unser Landseer-Hündin mit kommen kann.
    Viele Grüße
    Stefan

  6. Hallo,
    ich glaube so manche Eltern sind sich ihres Auftrages nicht bewusst…. Kinder erziehen sich nicht von alleine, da müssen schon die Elterm ran. Ich kenne sehr wohl Familien, die Ihre Kinder ohne Probleme überall mitnehmen können…. doch es gibt auch die von dir beschriebenen und deren Eltern schimpfen dann noch richtig drauf los …. Kinderfeindlich und so…. alles einfacher als Erziehung ;-) . Ich wünsche euch viel Erfolg mit eurem Aufruf…..auf bald!

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